Il de Gorée - Mahnmal der Sklaverei

Dakar, März 2019

 

Dass der Senegal nicht gerade mit klassischen Denkmälern und besonderen Sehenswürdigkeiten in Verbindung gebracht wird, ist ja bekannt. Um so mehr hat uns die geschichtsträchtige Insel Il de Gorée, ein ehemaliger Umschlagplatz für Sklaven nach Südamerika und Europa, interessiert. Allein schon um unseren Sohn auch etwas Geschichte auf unserer näher zu bringen. 

Gleich vor weg – allen Erzählungen und Berichten zum Trotz – für uns eine reine Touristenabzocke! Aus der Not, dass der Senegal nicht viele Sehenswürdigkeiten hat, muss hier bei den wenigen, gut abkassiert werden 

Aber der Reihe nach: von Hafen Dakars gelangt man mit der Fähre nach Il de Gorée. Die Fähre fährt stündlich und die Überfahrt dauert ca. 20 Minuten.

Als wir in der Halle auf die Fähre warten, bekommen wir schon einen kleinen Vorgeschmack auf die Geschäftstüchtigkeit der Senegalesen. Im perfekten Englisch spricht uns Fatima an, die uns sehr freundlich nach unseren Namen und woher wir kommen, fragt. Nach kurzem Geplänkel kommt sie zur Sache und erklärt uns, dass sie einen Shop auf der Insel hat und wir sie nach unserem Rundgang unbedingt besuchen sollen und sie tolle Sachen hat und natürlich „Best price!“. Bereits geübt durch die marokkanischen Geschäfte prallt dies erst einmal an uns ab. 

 

Als wir von der Fähre runtergehen, erwartet uns erst einmal ein Gewimmel von fliegenden Händlern. Rund um die Anlegestelle findet man auch jede Menge Garküchen und weitere Shops. Bevor wir dem Getümmel entfliehen können und in die Gassen der Insel eintauchen können, werden wir erst noch von einem lokalen Guide abgefangen. Dieser weist uns darauf hin, dass wir uns noch ein Ticket kaufen müssen, bevor wir weiter gehen dürfen. Also machen wir das auch noch. Schließlich wollen wir uns ja die Insel ansehen, auf der man lt. einem Reiseführer glaubt, sich in der Toskana wiederzufinden – kleine zweistöckige bunte Häuser, verwinkelte Gassen mit teilweise Kopfsteinpflaster und eine üppige Blütenpracht. Idyllisch ist es hier, doch darf man nicht vergessen, was hier an diesem Ort passiert ist. Millionenfach wurden hier Menschen in die „neue Welt“ verschleppt und versklavt. Als wir so durch die Gassen unter strahlend blauem Himmel schlendern, ergreift uns alle ein beklemmendes Gefühl. Vielleicht kennt ihr das, man ist an einem Ort und hat kein gutes Gefühl. Uns ist dies hier so ergangen. Kein Wunder bei dem, was dort passiert ist und welche Verzweiflung die Menschen dort erlebt haben.

Natürlich wollten wir uns auch das steinerne Symbol – die „Maison des Esclaves“ aus dem Jahr 1778 ansehen. Hinter dieser Freitreppe soll man am Ende eines dunklen Ganges die „Tür ohne Wiederkehr“ erblicken. Der Gang ist eine Art Seufzerbrücke: die Heimat hinter sich, den Blick in die Weite und dann zu hunderten/tausenden in Schiffsbäuche getrieben. Wahrlich kein schöner Moment.

Wir haben uns diesen Augenblick gespart. Nicht aus Desinteresse, sondern um diese Treppe zu begehen, sollten wir schon wieder Eintritt bezahlen. Das reichte uns dann! Und so haben wir nach einem schönen Spaziergang unseren Besuch auf der Insel beendet und sind mit der Fähre wieder zurück nach Dakar gefahren. Und haben den Tag mit einer abenteuerlichen Taxifahrt durch Downtown ausklingen lassen.

 

Kosten für Il de Gorée

Ticket für die Fähre (Preise pro Person, Stand 03/2019)

Erwachsene:  5.200 CFA

Kinder:            2.700 CFA

Eintritt auf die Insel: 500 CFA Erwachsene / pro Person

Maison de Ensclaves (Seufzertreppe): 500 CFA Erwachsene

                                                                   100 CFA Kinder

Endlich Tiere - auf Kamerapirsch im Bandiapark !

Reserve de Bandia, März 2019

 

 

Als wir unsere Reise begonnen haben, war ein Wunsch unserer Kinder, dass sie natürlich auch unbedingt Tiere sehen wollten. Wilde Tiere – so wie im Buch „Tüte, der kleine Bär – Auf Safari in Afrika“ von Christin H. Reise & Alexander H. Tusche.  

 

Nun sind wir im Senegal und die Vorfreude ist groß. Leider hat der Mensch auch hier ganze Arbeit geleistet – durch Wilderei und Bevölkerungswachstum ist der große Teil der einheimischen Tiere verschwunden. Also gar nicht so einfach „wilde Tiere“ zu sehen.

 

Wir haben es aber doch geschafft. Im Senegal gibt es insgesamt 6 Nationalparks zum Schutz von Tieren und Pflanzen. Wir haben uns dazu entschlossen hat, das Bandia Wildlife Reservat ungefähr 65 km von Dakar entfernt, zu besuchen. Mit seinen 3.500 Hektar ist es im Vergleich zu den anderen Parks klein aber überschaubar.

 

Als wir am späten Nachmittag ankamen, war nichts los. Nur ein paar Affen rasten über den roten Sand. Nach Rücksprache mit den Mitarbeitern haben wir uns entschlossen, doch nicht mit unserem Knirps in den Park zu fahren. Möglich wäre es. Man kann mit seinem eigenen Fahrzeug in das Reservat fahren. Aber die Strecken sind doch sehr eng und Kai als Fahrer hätte dann nichts von diesem Erlebnis gehabt. So entschlossen wir uns, ein Fahrzeug und einen Guide für den Park zu nehmen (die Kosten für alles, findet ihr am Ende des Berichts).

 

Was unsere Kinder total gefreut hat – es gibt deutschsprachige Guides. Mit Sophia, unserem Guide, ging es auf staubigen roten Pisten im offenen Jeep durch die Savannenlandschaft mit den mächtigen Baobab Bäumen. Die Affen lieben die Früchte dieser Bäume, weswegen er auch Affenbrotbaum genannt wird. Momentan sind sie aber noch alle kahl, denn die Regenzeit kommt ja erst noch. Und dann waren auch schon die ersten Tiere zu sehen – Giraffen kreuzten unseren Weg, Straußen rannten an uns vorbei, Antilopen-, Gazellen- und Zebraherden zwischen den Bäumen zu erspähen. Das Highlight war das Treffen mit Nashörnern. Schon verrückt, dass diese Tiere wegen ihres Horns getötet werden. Wir waren jedenfalls total begeistert, die Kamera lief heiß.

Gesättigt mit einer Menge an Eindrücken kamen wir wieder zu unserem Knirps zurück. Dort wurden wir von einer Affenbande begrüßt. Diese Schlingel hatten unsere Abwesenheit genutzt und den Hundefuttersack, der auf unserem Dachgepäckträger lag, geplündert. Kauend saßen sie auf unserem Außenspiegel und genossen die Aussicht. Mann, war Kai vielleicht sauer. Schnell auf’s Dach geklettert, um das Hundefutter zu retten. Das befindet sich jetzt sicher verpackt in unserer Waschtrommel – Wäsche waschen ist also erst einmal nicht angesagt. Und unser Hund Bootsmann muss auch nicht Hunger leiden….

 

Der krönende Abschluss war dann noch, dass wir dort auch noch mit unserem Knirps stehen bleiben durften und die Ruhe und Natur für eine Nacht genießen konnten. Vielen Dank!

 

Kosten Bandia Park (Stand März 2019)

 

Erwachsene:                 12.000 CFA

 

Kinder:                           07.000 CFA

 

Fahrzeug eigen:            10.000 CFA

 

Fahrzeug Park:              40.000 CFA

 

Guide:                             06.500 CFA

 

Weiter Infos unter: www.reservedebandia.com